Mit dieser Fragesstellung lud das Bauzentrum München am 26.4.2010 Akteure und namhafte Referenten in die bayerische Landeshauptstadt. In seiner Einleitung verwiesen der Leiter des Bauzentrum Roland Gräbel und der das Bauzentrum beratende Baubiologe Herbert Danner auf die umfassenden Bemühungen und Erfolge der Stadt München bei der Umsetzung/ Förderung nachhaltiger Baumaßnahmen. Vorgestellt wurden zahlreiche „nachhaltige“ Dämmmaterialien -durchaus auch kritisch wurden dabei verschiedene Bindemittel, Zusatzstoffe in vielen Naturmaterialien beleuchtet.
Holger König,(Gesellschaft für ökologische Projekte) und Manfred Krines von der ARGE KdR berichteten aber auch vom aktuellen Stand gesetzlicher Regelwerke im Zusammenhang mit Kennzeichnungspflichten und Gütezeichen für Produkte und Gebäude auf nationaler und internationaler Ebene. Besonderes Interesse erweckte dabei der Hinweis von Manfred Krines auf die längst fällige Notwendigkeit des Verzichtes auf Polystyrolprodukten in Gebäuden, da diese nach wie vor mit dem bromierten Flammschutzmittel Hexabromcyclodecan (HBCD bzw. HBCGG) ausgestattet werden – nachdem diese bereits als persistente, bioakkumulierbare und toxische Stoffe identifizierte wurden – seit 1.6. nur noch mit strengen Auflagen und nur noch befristet zugelassen. Link
Lothar Zieglmeier, Firma Pavatex präsentierte als Positivbeispiel den Dämmstoff Holzweichfaser, welcher von Pavatex nach wie vor unter Verzicht auf aktuell sehr konträr diskutierter Bindemittel (isocaynatbasierend) produziert wird.
Vorgestellt wurden aber auch die Sentinel-Haus® Partnerprodukte von proclima mit durchgehend emissionsgeprüften Luftdichtheitssysteme als Voraussetzung für eine bauschadensfreie Konstruktion und Misapor mit einem nachhaltig ökologischen Dämmstoff im Perimeterbereich – Glasschaum aus nachhaltig produziertem Recycleglas.
Am späten Nachmittag wurden im Bauzentrum die Fachgespräche in einem kleinen Arbeitskreis äußerst zielorientiert weitergeführt.
Die Stadt München positioniert sich mit diesen regelmäßig stattfinden Fachtagungen zunehmend als ein gesamtdeutsches Zentrum öffentlich geförderter Nachhaltigskeitsentwicklung im Bauwesen, eine Tatsache, die durch die zahlreichen teilweise weit angereisten Tagungsteilnehmer bestätigt wurde. |